TSMT

Was ist TSMT?

Kurzform:

Personalisiertes SensoMotorisches Training.

T-personalisiert, geplant: vollständig personalisiert, beginnt mit einer Diagnostik, basierend auf den Stärken und Schwierigkeiten des Kindes.

SM – Senso-motorische: während des Trainings sende ich Reize an das Nervensystem, auf die ich motorische = Bewegungsreaktionen erwarte.

T – Training: Basierend auf theoretischen Untersuchungen, anwendbar als Therapie, also es ist regelmäßig und wird nach sporttheoretischen Aspekten, und passt zu der Belastung und den Fähigkeiten des jeweiligen Kindes.

TSMT ist eine spezifisch-sensorische Bewegungstherapie, in der durch Bewegungsaufgaben die motorische, intellektuelle und soziale Entwicklung stimuliert wird. Entwickelt wurde von Phd. Katalin Lakatos in 1993.

Einfach gesagt: Turnen, was das Kind schlauer und fähiger macht. Ziel ist es, die Reifungsprozesse des Nervensystems und die Zusammenarbeit anzustoßen und schnell aufzuholen.

Langform:

Die körperliche Entwicklung von kleinen Kindern erfolgt in der Bewegung und durch die Bewegung, lange, bevor die Bewegungsabläufe miteinander verbunden sind.

Schwerpunkt der Bewegungstherapie ist der individuelle Plan, wobei der Status des Kindes sowie Anzahl und Reihenfolge von Aufgaben beachtet werden müssen. Mit den in der Gymnastik verwendeten Praktiken stimulieren die Therapeutinnen einen Sinneskanal, der in der Bewegungsentwicklung bereits von der Altersbestimmung des Fötus determiniert ist. Dahinter verbirgt sich die vestibuläre Wahrnehmung, die für den Gleichgewichtssinn sowie für die Körperhaltung verantwortlich ist. Dieser Sinneskanal existiert sehr zeitig und steht mit vielen Gehirnräumen in Verbindung. Zum Beispiel: Der Fötus benutzt das vestibuläre System bereits in der 20. Woche zur Ausführung von Bewegungen oder zu Drehungen im Geburtskanal. Das Baby wird also passiv durch vestibuläre Reize beeinflusst, weil es sich mit der Mutter die ganze Zeit mitbewegt. Dieses umfangreiche Anschluss-System wird auch während der Kindheit weiter gepflegt, folglich kann es direkt oder indirekt durch Stimulation fast auf das gesamte Nervensystem Einfluss nehmen.

Das vestibuläre System befindet sich im Innenohr, das Einfluss auf das Sinnesorgan nimmt. Dieses Organ enthält Flüssigkeit, wobei die Flüssigkeitsbewegung Impulse gibt. Während der Therapie wird diese Flüssigkeit in vielen verschiedenen Formen bewegt, und so können wir, die TSMT-Therapeutinnen, durch abwechslungsreiche Stimulierungen die Reifung des Nervensystems fördern.

Die Aufnahme, die der Therapie vorgreift, zeigt, für welches Kind welche Form der Stimulation erforderlich ist. Durch die umfassenden Verbindungen mit dem Gehirn können die Therapeutinnen mit Hilfe des vestibulären Systems die Aufmerksamkeit, die Erinnerung, die Wahrnehmung, die Sprachentwicklung, die Groß- und Kleinbewegung, die Sensibilität, der Sinn für Rhythmus und die muttersprachliche Kommunikationsfähigkeit der Kinder beeinflussen. Das vestibuläre System beeinflusst das Gleichgewichtsorgan, sodass eine Verbesserung des Gleichgewichtssinns, der Bewegungsabläufe sowie der Orientierung erfolgt. Mit den regelmäßigen Übungen entwickeln sich das Pflichtgefühl, das Verhalten und die Fähigkeit zur Anpassung bei den Kindern.

TSMT-I (Einzeltherapie)

Ein gezieltes, personalisiertes Trainingsprogramm, das auf die Stärken und Schwächen des Kindes abgestimmt ist.

Indikation:

  • wenn das Kind noch nicht gruppenbereit ist, und/oder
  • die ‚stark verspätete‘ und die ‚nicht untersuchbar‘ Zone in den Untersuchungen;
  • die Entwicklungsverzögerung mehr als 6-12 Monaten ist,
  • Leistung von weniger als 50%

Ablauf:

Auf der Grundlage der Untersuchungsergebnisse wird ein Programmplan erstellt. Das Training enthält 17 bis 22 Aufgaben und wird 8 bis 12 Wochen lang 3 bis 7 Mal pro Woche durchgeführt. 

Ziel:

 

Formen:

  1. Turnen mit Therapeutin
  2. Turnen Zuhause mit gemeinsamen Start
  3. ~nach 1 Monat: Kontrolle; ~nach 2 Monaten: neuer Trainingsplan

1.) Turnen mit Therapeutin

  • die Therapeutin turnt jedes Mal mit dem Kind (die Teilnahme der Eltern ist jederzeit möglich, aber nicht erforderlich);
  • die Anzahl der Trainingseinheiten variiert je nach Kindesentwicklung und richtet sich nach den vorgegebenen Übungsmengen (1 bis 2 Mal pro Woche);
  • die Termine sind flexibel und richten sich nach dem Tages- und Wochenplan der Familie.

Vorteile:

  • das Turnen übernimmt die Therapeutin und ist somit nicht zusätzliche Belastung der Eltern zu Hause;
  • die Übungen werden jedes Mal perfekt ausgeführt;
  • die Entwicklung unterliegt einer ständigen professionellen Kontrolle;
  • die Therapeutin-Kind-Beziehung ist intensiver → das Trainingsprogramm ist noch individueller;
  • die Dauer der erforderlichen Therapie wird verkürzt,
  • Entwicklungserfolge schon nach kürzerer Zeit.

 

2.) Turnen Zuhause mit gemeinsamen Start

  • am Anfang (die ersten Einheiten) turnt die Therapeutin mit dem Kind, die Eltern sind Beobachter;
  • wenn das Elternteil bereit ist, übernimmt es die Führung des Trainings und die Therapeutin bleibt aktive Helferin neben dem Elternteil.

Vorteile:

  • die Eltern können sich das Trainingsprogramm nach Muster einer professionellen Therapeutin aneignen;
  • längere gemeinsame Zeit beim Einstudieren der Übungen mit der Therapeutin hilft bei folgenden Kriterien:
  • ordnungsgemäße Durchführung der Übungen,
  • richtige Position und Haltung des Kindes,
  • richtige Form zu helfen,
  • erwarteten Reaktionen,
  • Möglichkeit der Hilfestellung.

→ Die Übungen zu Hause werden genauer.

→ Eltern sind selbstsichere “Co-Therapeuten”.

→ Entwicklungserfolge sind schneller möglich.

→ Die Dauer der erforderlichen Therapie wird verkürzt.

 

3.) ~nach 1 Monat: Kontrolle; ~nach 2 Monaten: neuer Trainingsplan

  • die Familie turnt den Trainingsplan zu Hause im Heim-Trainingsform

Kontrolle

(~nach 1 Monat/~nach 15 Turneinheiten)

  • Durchtrainieren des kompletten Trainingsplan;
  • eventuelle Anpassungen.

Neuer Trainingsplan

(~nach 2 Monaten/~nach 30 Turneinheiten)

  • Durchtrainieren des alten Trainingsplan;
  • Besprechung der Entwicklung;

Zusammenstellung und Einlernen des neuen Trainingsplan

TSMT-II (Gruppentherapie)

Ein richtiger Erlebnisparcour mit viel Spaß für die erfolgreiche Schuleignung.

Indikation:

  • wenn das Kind schon gruppenbereit ist;
  • die ‚etwas verspätete‘ Zone in den Untersuchungen;
  • Entwicklungsverzögerung von weniger als 6 Monaten,
  • Leistung von zwischen 50-75%

Ablauf:

Die Förderung der Kinder, die schon kooperieren können, geschieht in Gruppen von 5-8 Personen. Die Häufigkeit des Trainings ist in Abhängigkeit von dem Problem der Kinder 1-2 Mal pro Woche, bei einer Länge von 30, 45, 60 oder 90 Minuten.

Neben der in der Gruppe erfolgten sensorischen Entwicklung ist die Förderung der kindlichen Verhaltensorganisation sehr wichtig. Die erfolgreiche Bewältigung der Gruppenaufgaben und das Bemühen der Therapeuten um die Kinder, fördert deren Entwicklung ihrer sozialen Fähigkeiten.

Ziel:

Förderung der Fähigkeiten, die für die erfolgreiche Schuleignung erforderlich sind:

  • Förderung der Nachahmungsfähigkeit: 2, 4, 8 Takten Aufgaben in serielle und koordinierte Formen,
  • Belastbarkeit (45-90 Minuten),
  • Anmerkung und Rückbesinnung von komplexen Aufgabensituationen,
  • Errichtung von Synchron und gemeinsames Rhythmus von Bewegung und Sprache,
  • Verbesserung der Qualität sozialer Interaktionen
  • Errichtung interner Kontrollen
  • Errichtung von der Problemerkennung und Lösungsentwicklung

Zusammenfassung

Die therapeutischen Formen

  • Heim-Trainingsform – TSMT-I.: sensomotorische Entwicklung zu Hause (die Eltern sind Co-Therapeuten)
  • Entwicklung in der Gruppe – TSMT-II.: sensomotorische Entwicklung in der Sporthalle

Fokus-Gruppen in TSMT-I,-II

  • verzögerte Bewegungsentwicklung, CP (Zerebralparese), Koordinationsschwäche,
  • verzögerte Sprachentwicklung,
  • verzögerte psychomotorische Entwicklung,
  • emotionale Bindungsprobleme,
  • Verhaltensprobleme,
  • Schwäche von Steuerfunktionen,
  • Aufmerksamkeitsstörungen,
  • Hyperaktivität,
  • Lern-oder Gedächtnisstörungen,
  • Autismus Spektrum Störung, geistige Retardierung

Der Ablauf

Nach einer ausführlichen Anamnese und einer objektiven Untersuchung wird eine Anwendung an einen sensorischen Programmplan (mit vestibulären, propriozeptiven, akustischen, visuellen und taktilen Reize) empfohlen, die ein schrittweises Vorgehen beinhaltet. Es werden Reifungsprozesse des Nervensystems angeregt, um die Symptome von organischer Unreife zu verringern (schwache motorische/soziale Fähigkeiten).

Schlüssel-Begriffe

  • Nach der Diagnose ein individueller therapeutischer Trainingsplan wird erstellt
  • Passive vestibuläre Reize,
  • Gleichzeitige Aufmerksamkeit für die verschiedenen Möglichkeiten,
  • Positiver Transfer in den Alltag,
  • Sprache und Bewegung gemeinsam nutzen und verbessern,
  • Aufbau einer adaptiven motorischen Reaktion,
  • Reflex-hemmenden Situationen,
  • Aufgaben mit erhöhtem Schwierigkeitsgrad,
  • Stärkung der Kontrollfunktionen,
  • Homogene Gruppen.

Intensität

  • 3-7 Mal pro Woche in der Einzeltherapie /Privatstunden oder Heim-Trainingsform mit Kontrolltraining pro Monat/
  • 1-2 Mal pro Woche im Gruppenturnen /TSMT-II./

Bis wann?
                                bis zur Rehabilitation.

Eigenschaften von TSMT

  • Komplexe, kohärente, einheitliche Therapien/Harmonie zwischen den Tests und der Therapie/
  • Therapeutische Arbeit auf der Grundlage professioneller Protokolle
  • Stimulierung  desVernetzungssystems im Gehirn
  • Bekannte Wirkmechanismen
  • Gleichzeitige Stimulation des vestibulären, akustischen Systems /Plus in der gleichen Zeit visuelle und taktile Reize/
  • 30-35-45-60-90-Minuten-Programme privat oder in der Gruppe
  • Jeder startet auf seinem / ihrem eigenen Niveau
  • Intensität, Häufigkeit und Menge der Stimulierungen sind abhängig von der Reaktion des Kindes
  • Verbindung zu Psychologie, Neurologie-Entwicklung, Logopädie
  • Die Eltern sind sehr wichtige Teile des Programms (Co-Therapeuten bei der Heim-Trainingsform)
  • Eltern erhalten einen strukturierten Plan zur professionellen Vorgehensweise bei ihren Kindern
  • Bringt einen festen Zeitplan in tägliche/wöchentliche Routine der Familie
  • liebevolle, feste (konsequente) pädagogische Anweisungen
  • In 6 Monaten kann eine positive Veränderung der Anpassungsfähigkeit, Lern-, Gedächtnis-und Regulationskapazitäten deutlich beobachtet werden (durch diese, können wir die zukünftige Entwicklung vorhersagen)